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Abstract  
The Common Swifts hardly build „nests", but they mix dust with saliva. They arrive and leave at dusk or at dawn. After arrival, they begin to scream only when they can build bigger group. They stay for 3 months only and therefore one can assume that they have 1 brood only. During bad weather, both partners stay on the nest. They disappear during poor weather conditions. At least sometimes it seems to happen that the young immediately go on migration, when leaving the nest for the first time. They seem to fly slowly to the south, since they were hunted at Naples, Italy in October.
T.
 
 
 
H. VON SALIS:
Über den Mauersegler (Cyselus apus)
Der Mauersegler (Cypselus murarius Tem.), in der Schweiz allgemein Spyr genannt, ist wohl derjenige Zugvogel, welcher seine Ankunft auf seiner Brutstätte und den Abzug von derselben am regelmässigsten einhält.

Ich citire die meinem Vogelkalender entnommenen diesbezüglichen Notizen der letzten fünf Jahre:

Ankunft in Chur: Abzug:
1877 den 5. Mai. 30. Juli 4. August.
1878 den 5. Mai. 2.-5. August.
1879 den 7.-10. Mai. 3.-5. August.
1880 den 14.-15. Mai. 2.-7. August.
1881 den 7.-16. Mai. 2.-6. August.

Das Volk der Mauersegler in der Gegend von Chur ist jeweilen zahlreich vertreten; in den Stadt und deren nächster Umgebung kenne ich mindestens zehn Plätze, an welchen je 3 - 5 Paare ihre Eier absetzen und ausbrüten - vom Nisten dieser Vögel kann kaum gesprochen werden, denn niemals fand ich unter den Eiern derselben eigentliches Nistmaterial - der an Ort und Stelle vorhandene Staub etc. wird wahrscheinlich den klebrigen Speichel an den Rändern etwas gefestigt. Niemals fand ich in hiesiger Gegend das Nest der Mauersegler in hohlen Bäumen oder Felsen, sondern immer in Gebäulichkeiten, meist unter den Dachbalken der Häuser oder auch in Mauerlöchern der Thürme und zwar in sehr abweichender Höhe über dem Erdboden. Die Nester im alten Römerthurme sowie im Kirchthurme stehen wohl 30 Meter über der Bodenfläche, während eine Colonie in der alten Kaserne über dem Haupteingang derselben höchstens 4 Meter hoch alljährlich brütet.

Das Gelege der Segler besteht hier zu Land meist aus nur zwei, manchmal auch drei Eiern, mehr habe ich niemals gefunden.

Die ersten Ankömmlinge der Segler beobachtete ich seit vielen Jahren stets des Morgens früh und muss ich schließen, die Ankunft treffe auf die Abend- oder Morgendämmerung. Diese Ansicht wird auch durch die Abreise bestätigt, denn oft sah ich Abends noch eine Menge Segler und am folgenden Morgen waren dieselben alle abgereist.

Die ersten Spyren werden meist an einem ruhigen und heiteren Maimorgen gesehen; behaglich segeln sie durch die warme Frühlingsluft, aber ihre schrillltönendes Gepfeife ertönt erst dann, wenn, manchmal erst einige Tage später die Zahl der Segler auf grössere Rudel angewachsen ist. Im Volksmunde lebt das Sprichwort: wenn die Spyren lustig schreien, ist das Land vor Spätfrost sicher. Leider ist dieser Ausspruch nicht allgemein wahr, denn z. B. am 20. Mai 1880 zerstörte der Frost zum grossen Theil die Hoffnung auf Wein und andere edle Früchte.

Da der Segler Aufenthalt in unserer Gegend fast genau 3 Monate andauert, glaube ich, sie brüten nur einmal, obwohl oft noch kurze Zeit vor ihrer Abreise Eier im Neste gefunden werden.

Wahrscheinlich unterstützt das Männchen sein Weibchen im Brutgeschäfte, wenigstens ist, es Thatsache, dass das Nest beiden Gatten auch als Ruhestätte, nicht nur bei Nachtzeit, sondern auch bei nasskaltem Wetter während des Tages dient. Die Segler sitzen so fest auf ihren Eiern, dass die störende Menschenhand sie kaum zu verscheuchen vermag.

Obwohl oft mehrere Paare dicht neben einander ihre Eier bebrüten, bleibt der Friede nicht immer ungestört, denn nicht ganz selten kommt es vor, dass zwei einander verkrallte Segler zu Boden fallen, wo sie sich nur gewaltsam trennen lassen. Bei den herrlichen Flugübungen, welche diese Vögel ausführen, konnte ich niemals Streit unter ihnen bemerken. Auffallend bei den Seglern war mir seit vielen Jahren, dass bei Regenwetter mit niedriger Temperatur und namentlich bei Schneefall, was, wenn auch selten, so doch da und dort auch in den Sommermonaten eintrifft, während mehrerer Tage keiner dieser Vögel in der Luft je zu erblicken war.

Am 7. Mai dieses Jahres waren die ersten Segler in Chur angelangt, am 8. und 9. wieder eine Anzahl, von diesem Tage ab dagegen sah ich bis zum 12. Mai keinen einzigen dieser Vögel. Schon glaubte ich sicher, das kalte Wetter hätte sie vermocht, nach Süden zurückzuziehen. Um mich zu überzeugen, suchte ich eines der mir bekannten Nistlokale ab und siehe da, ich fand die ganze Sippschaft, d. h. etwa 4 bis .5 Exemplare ruhig und resignirt auf dem Bauche liegend und hart an einander gedrückt.

Ungefähr gleichzeitig mit dieser meiner Beobachtung fand ein Freund von mir ebenfalls in Chur in einer Dachkammer, deren Fenster geschlossen waren, drei Segler in einem daselbst befindlichen Kornkasten; einer dieser Vögel war todt, die beiden anderen höchst ermattet, diese erholten sich aber, nachdem sie einige Zeit an die Luft gesetzt waren.

Auch diese Vögel mussten mehrere Tage in ihrem Behälter gelegen haben, da die Fenster der Kammer nicht geöffnet worden sind.

Am 4. August l. J., nachdem seit 3 Tagen kein Segler im Freien mehr gesehen worden war, hörte mein obenbezeichneter Freund zufällig unter seinem Hausdache das eigenthümliche Pfeifen der Segler; die Untersuchung zeigte, dass zwei alte mit drei jungen Seglern in ihrer Niststätte ruhig dalagen. Während am 5. August kein Segler in den Lüften bemerkt werden konnte, lag Abends dieses Tages obengenannte Familie immer noch im Neste, am. 6. August Morgens aber war dieses leer, die Segler hatten ihre Reise angetreten.

Aus den mitgetheilten Beobachtungen scheint hervorzugehen, dass die Mauersegler bei kaltem Wetter, das die Insekten aus der höheren Luftschicht verscheucht und ihnen somit die Nahrung entzieht, in ihren Verstecken ruhig bessere Zeiten abwarten und dass die Jungen, wenigstens manchmal, beim ersten Verlassen der Nester auch die Reise nach dem Süden mit ihren Alten sofort antreten.

Die Rückreise dieser Vögel nach Afrika scheint nicht sehr rasch vor sich zu gehen, denn im Jahre 1874 traf ich eine grosse Menge derselben bei dem Kloster Monte Casino in Neapel und in den Jahren 1853 und 1854 sah ich oft noch im October in Palermo Jagd auf diese Vögel machen.

Cypselus alpinus oder melba wird in Chur selbst nicht nistend angetroffen, wohl aber in den Felsen des benachbarten Calanda, daher liegt mir eine genaue andauernde Beobachtung dieser Species nicht vor. Mit Gewissheit weiss ich, dass dieser Segler im Frühjahr früher als Cypselus murarius, d. h. schon im Anfang April hier anlangt und auch erst Mitte oder Ende des Monats September unsere Gegend wieder verlässt.

Eigenthümlich ist, dass diese Vögel, obwohl sie so nahe unserer Stadt brüten, sich nie über derselben zeigen, als an denjenigen Tagen des Juli, August und September, an welchen bei kaltem Regen im Thale, auf den Bergen Schnee gefallen ist. An solchen Tagen aber hört man das hellwiehernde Geschrei derselben und sieht sie, meist in bedeutender Höhe über der Stadt in grosser Anzahl ihre Rundflüge ausführen.

Im Jahre 1881 hatte der Calanda seine Schneekappe am 27. Juli, 27. August, 4., 5., 12. und 22. September angezogen und an jedem dieser Tage, aber den ganzen Sommer hindurch auch nur an diesen, freute ich mich über die elegant ausgeführten Contretänze dieser herrlichen Flieger.
(Printed 1881 in Ornithologisches Centralblatt.)
© APUSLife 1997, No. 0580
 
 
 
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